27.05.11

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  • LASER 2011: Abschluss mit Besucherrekord

    Am Donnerstag dem 26. Mai ging die LASER in München zu Ende, und sie hat ihren Titel als weltgrößte Messe für Laser und Photonik erfolgreich verteidigt: Sie erreichte mit 27.500 Besuchern (+8%) und mehr als 1.100 Ausstellern neue Rekorde. Nach Aussage vieler Aussteller ist die Messe insgesamt gut bis sehr gut gelaufen, wobei das Geschäft am ersten und vierten Tag eher verhalten war. Auch wird bei den Systemanbietern der Unterschied zu Spezialmessen (z.B. EuroBlech) gesehen, wo ein noch stärker anwendungsorientiertes Fachpublikum für eine stark technisch orientierte Nachfrage sorgt.

    Die nächste LASER World of Photonics findet vom 17. bis 20 Juni 2013 statt.

    Der Kampf um Subventionen

    Ein echtes Highlight war die Präsentation des neuen Förderprogramms „Photonik Forschung Deutschland“ durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). In Anerkennung der Optischen Technologien als Schlüsseltechnologie der Zukunft hat Dr. Georg Schütte, Staatssekretär des BMBF, für die nächsten zehn Jahre Mittel in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro für die Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich Photonik angekündigt. In der Pressemitteilung der Messe München heißt es, die Mitteilung „stieß auf großen Anklang beim Publikum.“

    Die Photonik ist dabei das dritte Hochtechnologiefeld mit spezieller Förderung. Nach Angaben der FAZ vom 21.5. haben vorher die Nanotechnologie (400 Mio) und die Elektromobilität (1 Milliarde bis einschließlich 2013) Zusagen erhalten. Weiter heißt es in der FAZ: „Die Photonikbranche hatte eigentlich auf eine höhere Unterstützung aus den Subventionstöpfen von 1,5 Milliarden Euro oder durchschnittlich 150 Millionen Euro im Jahr gehofft. Die nun gewährte Förderung dürfte in der deutschen Photonikindustrie daher zu Enttäuschung führen, nachdem diese vor zwei Jahren mit ihrer Agenda „Photonik 2020“ einen Anstoß gemacht hatte, um auf die Bedeutung dieser Technologien hinzuweisen. Die Branche selbst kündigt an, in den nächsten zehn Jahren 30 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung investieren zu wollen; 10 Prozent des erwarteten Umsatzes von 300 Milliarden Euro in diesem Zeitraum.“

    Ultraschnelle Laser kommen langsam in der Industrie an

    In den letzten Jahren standen viele technische Revolutionen auf der LASER zur Diskussion, zuletzt wurde das Angebot von Faser- oder Scheibenlasern bei den Laseranbietern zu einer Frage von Sein oder Nichtsein stilisiert. Die Innovation, die in diesem Jahr viel Interesse auf sich zog, hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel: Der Ultrakurzpulslaser, auch ultraschnell, femto-, oder piko-Sekunden-Laser genannt, ist in der Forschung seit den Achtziger Jahren als Arbeitspferd die Voraussetzung für wichtige Untersuchungen gewesen. Nur musste dort meist ein Doktorand zur Pfege und Justierung der empfindlichen Systeme abgestellt werden. Schon früh gab es Untersuchungenzu den Materialbearbeitungsleistungen dieser Laser und es war klar, dass sie einige Vorteile haben: Präziser Abtrag, kaum Wärmeeintrag (also kaum thermische Schädigung) führten zuerst zum Einsatz in der Medizin.

    Nach einigen tatsächlich revolutionären Innovationen (speziell SESAMs) sind die Systeme jetzt stabil und schlüsselfertig erhältlich. Und wie bei den Faserlasern ließ sich in diesem Jahr keine große Firma lumpen und alle hatten einen Kurzpulslaser im Programm. Und zwar als fertigungstaugliche, komplette Systeme für die Mikromaterialbearbeitung. Oberflächenmodifikation und Schneiden von CFK können bald als Applikationen dazu gerechnet werden.

    Dabei ist die Technologie für Systeme bis etwa 50 Watt recht weit verbreitet. Nur die Spitzenwerte von bis zu 1,1 kW Durchschnittsleistung werden derzeit ausschließlich mit Systemen basierend auf der INNOSLAB Technologie erreicht. Die wurde in den Neunziger Jahren am Fraunhofer ILT entwickelt und 2001 in der Firma EdgeWave ausgegründet. Man hat am ILT allerdings noch weiter daran gearbeitet und jetzt einen neuen Rekord mit 600 Watt bei 515 nm publiziert. Und eine weitere Firma zur Vermarktung (AMPHOS) ausgegründet. Viel Erfolg!